Kein Marketing-Versprechen – sondern ein dokumentierter Fall: Wie wir bei einem kommunalen Kraftwerk 215.000 m³ jährliche Gasverschwendung identifiziert haben. Ohne Neuinvestition behebbar.
Ein kommunaler Fernwärmebetreiber wandte sich an uns, weil die Gaskosten stiegen – ohne erklärbaren Grund. Keine neue Technik, kein veränderter Bedarf. Und doch: Jahr für Jahr mehr Verbrauch.
Das Kraftwerk lieferte über Jahre stabile Wärmemengen von ca. 9.300–9.600 MWh pro Jahr. Im Jahr 2018 erreichte die Anlage ihren eigenen Bestwert: 202 m³ Gas pro MWh Wärme – effizient, wirtschaftlich, technisch einwandfrei.
Im Folgejahr ein Schock: Der Gasverbrauch stieg um fast 200.000 m³ – während die abgelieferte Wärmemenge gleichzeitig sank. Der spezifische Verbrauch sprang auf 227 m³/MWh. Das System verbrannte Gas, ohne den Mehraufwand in nutzbarer Wärme zu liefern.
Kein Selbstheilungseffekt. Über drei Jahre blieb der spezifische Verbrauch konstant auf erhöhtem Niveau zwischen 225 und 227 m³/MWh – unabhängig von Witterung oder Betriebsführung. Das ist das entscheidende Indiz für eine strukturelle Ursache, nicht für saisonale Schwankungen.
Gasverbrauch, Wärmearbeit und spezifischer Verbrauch im Jahresvergleich
| Jahr | Gas KWK (m³) | Gas Kessel (m³) | Gas gesamt (m³) | Wärme (MWh) | m³/MWh | vs. Bestwert |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2017 | 1.831.741 | 217.955 | 2.049.696 | 9.529 | 215,10 | +6,4 % |
| 2018 ✓ Bestwert | 1.715.043 | 161.287 | 1.876.330 | 9.281 | 202,17 | — |
| 2019 | 1.823.784 | 225.595 | 2.049.379 | 9.023 | 227,13 | +12,3 % |
| 2020 | 1.888.427 | 193.422 | 2.081.849 | 9.175 | 226,90 | +12,2 % |
| 2021 | 1.886.457 | 266.266 | 2.152.723 | 9.580 | 224,71 | +11,1 % |
Die Hydraulikdaten einzelner Abnehmer zeigten Umwälzwassermengen bis zu 224 m³ pro MWh – das Sechsfache des Normalwerts. Solche Ausreißer treiben die Netzrücklauftemperaturen nach oben und verhindern die Brennwertkondensation im Kraftwerk. Der thermische Wirkungsgrad sinkt von ~53 % auf ~40 %.
Die Netz-Gesamtumwälzmenge sprang 2020 um 37 % bei nahezu gleicher Wärmeabnahme. Das ist ein starkes Signal für Kurzschlüsse im Netz – offene Bypässe oder defekte Regelventile bei einzelnen Abnehmern, die das gesamte System destabilisieren.
2019 stieg der Gasverbrauch um 173.000 m³, während die Wärmeabgabe sank. Ein klassisches Muster bei stromgeführtem Kraftwerksbetrieb ohne ausreichende Wärmesenke: Das Gas wird verbrannt, der Strom eingespeist, die Wärme über Notkühler vernichtet.
Die seit 2019 anhaltende, konstant schlechte Performance ohne jede Selbsterholung deutet auf verkalkter oder verschmutzter Abgaswärmetauscher hin. Bereits eine chemische Reinigung kann die thermische Effizienz um 5–10 % verbessern.
Wir konnten dem Betreiber exakt zeigen, wo die Verluste entstehen, wie hoch sie sind – und dass alle Ursachen behebbar sind, ohne das Kraftwerk zu ersetzen oder das Netz kernsanieren zu müssen.
Wenn Ihr Gasverbrauch wächst, ohne dass sich Nachfrage oder Technik geändert haben, ist das ein klares Signal. In einem kostenlosen 30-Minuten-Gespräch schauen wir gemeinsam auf Ihre Betriebsdaten – und sagen Ihnen, ob das Muster bekannt ist.