Fallstudie aus der Praxis

Was wir wirklich finden

Kein Marketing-Versprechen – sondern ein dokumentierter Fall: Wie wir bei einem kommunalen Kraftwerk 215.000 m³ jährliche Gasverschwendung identifiziert haben. Ohne Neuinvestition behebbar.

+11 %
Effizienzrückgang seit 2019
215.000
m³ Gas jährlich verschwendet
150 T€
Einsparpotenzial pro Jahr
475 t
vermeidbares CO₂ pro Jahr
Fallstudie: Kommunales Kraftwerk, Fernwärmenetz

Das stille Effizienzleck

Ein kommunaler Fernwärmebetreiber wandte sich an uns, weil die Gaskosten stiegen – ohne erklärbaren Grund. Keine neue Technik, kein veränderter Bedarf. Und doch: Jahr für Jahr mehr Verbrauch.

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Die Ausgangslage: Ein Referenzjahr, das alles veränderte

Das Kraftwerk lieferte über Jahre stabile Wärmemengen von ca. 9.300–9.600 MWh pro Jahr. Im Jahr 2018 erreichte die Anlage ihren eigenen Bestwert: 202 m³ Gas pro MWh Wärme – effizient, wirtschaftlich, technisch einwandfrei.

Referenzwert 2018: 202 m³/MWh  ·  Kesselanteil: nur 8,6 %  ·  Gasverbrauch gesamt: 1.876.330 m³
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Der Strukturbruch 2019: Mehr Gas, weniger Wärme

Im Folgejahr ein Schock: Der Gasverbrauch stieg um fast 200.000 m³ – während die abgelieferte Wärmemenge gleichzeitig sank. Der spezifische Verbrauch sprang auf 227 m³/MWh. Das System verbrannte Gas, ohne den Mehraufwand in nutzbarer Wärme zu liefern.

⚠️ Klassisches Muster: Gas wird verbrannt, Strom erzeugt – aber die Wärme landet nicht im Netz, sondern in der Atmosphäre. Verdacht: Wegkühlen über Notkühler oder kollabierter Brennwerteffekt durch zu hohe Rücklauftemperaturen.
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2020–2021: Die „klebrige" Ineffizienz

Kein Selbstheilungseffekt. Über drei Jahre blieb der spezifische Verbrauch konstant auf erhöhtem Niveau zwischen 225 und 227 m³/MWh – unabhängig von Witterung oder Betriebsführung. Das ist das entscheidende Indiz für eine strukturelle Ursache, nicht für saisonale Schwankungen.

Im Jahr 2021: Gasverbrauch auf Allzeithoch (2.152.723 m³) bei nur 224 m³/MWh. Zum Vergleich – zwei regionale Referenzanlagen lagen bei 184 und 169 m³/MWh. Die Lücke: 22–33 %.

Betriebsdaten 2017–2021 im Überblick

Gasverbrauch, Wärmearbeit und spezifischer Verbrauch im Jahresvergleich

Jahr Gas KWK (m³) Gas Kessel (m³) Gas gesamt (m³) Wärme (MWh) m³/MWh vs. Bestwert
2017 1.831.741 217.955 2.049.696 9.529 215,10 +6,4 %
2018 ✓ Bestwert 1.715.043 161.287 1.876.330 9.281 202,17
2019 1.823.784 225.595 2.049.379 9.023 227,13 +12,3 %
2020 1.888.427 193.422 2.081.849 9.175 226,90 +12,2 %
2021 1.886.457 266.266 2.152.723 9.580 224,71 +11,1 %

🌡️
Kollabierter Brennwerteffekt

Die Hydraulikdaten einzelner Abnehmer zeigten Umwälzwassermengen bis zu 224 m³ pro MWh – das Sechsfache des Normalwerts. Solche Ausreißer treiben die Netzrücklauftemperaturen nach oben und verhindern die Brennwertkondensation im Kraftwerk. Der thermische Wirkungsgrad sinkt von ~53 % auf ~40 %.

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Hydraulische Netzentgleisung

Die Netz-Gesamtumwälzmenge sprang 2020 um 37 % bei nahezu gleicher Wärmeabnahme. Das ist ein starkes Signal für Kurzschlüsse im Netz – offene Bypässe oder defekte Regelventile bei einzelnen Abnehmern, die das gesamte System destabilisieren.

🔥
Verdacht: Wegkühlen (Heat Dumping)

2019 stieg der Gasverbrauch um 173.000 m³, während die Wärmeabgabe sank. Ein klassisches Muster bei stromgeführtem Kraftwerksbetrieb ohne ausreichende Wärmesenke: Das Gas wird verbrannt, der Strom eingespeist, die Wärme über Notkühler vernichtet.

🔧
Fouling der Wärmetauscher

Die seit 2019 anhaltende, konstant schlechte Performance ohne jede Selbsterholung deutet auf verkalkter oder verschmutzter Abgaswärmetauscher hin. Bereits eine chemische Reinigung kann die thermische Effizienz um 5–10 % verbessern.

Das Ergebnis der Analyse

Wir konnten dem Betreiber exakt zeigen, wo die Verluste entstehen, wie hoch sie sind – und dass alle Ursachen behebbar sind, ohne das Kraftwerk zu ersetzen oder das Netz kernsanieren zu müssen.

215.000
m³ Gas jährlicher Mehrverbrauch identifiziert
≥ 150 T€
Einsparpotenzial pro Jahr (konservativ)
475 t
CO₂ jährlich vermeidbar
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